Eröffnung
18.09.2013
ab 18 Uhr
12.10.2013
Do, Fr, Sa
14 – 18 Uhr
Ausstellung
 
 

Sometimes it rained in the factory

Mareike Bernien / Kerstin Schroedinger


Each colour got its place on the celluloid. The meadows were from then on green,
the sky blue, the clouds white, and the roses red.

All other combinations were declared war upon.

Do you remember these images?
No, I don't remember. At least I don't remember their colours.
My memory is in black and white.
Black & white like in TV documentaries about National Socialism, later.

My memory is black/white, although colour footage existed back then.
Black white distances me from the images. It freezes the pictures.
Black white is real but colour is truer. Colourfast is truer than true.

In the mid1930s, a new colour film process was developed
in Germany. In the Agfa-film factory in Wolfen. AgfaColor Neu.
Three layers of emulsions are superimposed on the celluloid.

Cyan, Magenta, Yellow turn into Red, Green, Blue.


Sometimes it rained in the factory zeigt den Stand einer filmischen Untersuchung über die Herstellung, den Einsatz und die Indienstnahme von Farbe zur Zeit des Nationalsozialismus und die ihn betreffende Erinnerungspolitik. Mareike Bernien und Kerstin Schroedinger thematisieren die Bedingungen der Filmherstellung, die historischen Kontexte und materiellen Aspekte von Farbe im Film. Die Videoarbeit ist eine Bildforschung, die in und mit Archivmaterial performativ arbeitet und die Umdeutung und Neuschreibung von Bildpraktiken verfolgt. Geschichts- und Erinnerungsbilder werden in ihre Bestandteile zerlegt, um das sichtbar zu machen, was das Bild nicht zeigt.

Die Videoarbeit fragt uns, welche Rolle Farbe in der Politik des Nationalsozialismus gespielt hat. Wer stellte die Farbbilder her und was für ein Begriff von Täterschaft verbindet sich hiermit? Wie bedient sich Erinnerungspolitik der Farben oder Farblosigkeit? Welche ideologischen Sichtbarkeiten und Unsichtbarkeiten sind in das Farbmaterial eingeschrieben? Welche Rolle spielt Farbe in der Konstruktion von Erinnerung?

Das Filmprojekt entsteht in Zusammenarbeit mit:
Smina Bluth, Wibke Tiarks, Birte Gerstenkorn, Wassan Ali, Berit Ehmke, Hanna Bergfors, Mayan Printz, Michał Głazik, Tanja Kämper, Sebastian Bodirsky, Olivia Oyama, Simone Friedel, Charlotte Pfeifer, Marina Vishmidt, Miles Whittaker, Mitch Andrade

Ausstellungsaufbau: Alper Yagcioglu

Links: mar-ker.org


Das Filmprojekt wird gefördert durch Medienboard Berlin-Brandenburg, Arts Council England, Künstlerinnen- förderung Film/Video des Berliner Senats, Werkleitzstiftung Halle.