28.11.2007
22.12.2007
Ausstellung
Filmprogramm
 
 

I will survive

Szuper Gallery

Video Screening, zusammengestellt von Susanne Clausen & Sari Tervaniemi, Mittwoch, 19. Dezember 2007, ab 19 Uhr

Szuper Gallery (Susanne Clausen & Pawlo Kerestey) beschäftigen sich vorab mit den Medien Video und Performance, zu deren Produktion sie sowohl mit Laien wie professionelle Schauspielern zusammenarbeiten. Ihr Werk konzentriert sich auf Fragen künstlerischer Produktionsbedingungen, den spezifischen Arbeitsituation im kreativen Gewerbe etwa oder den stereotypen Rollenzuschreibungen im Zusammentreffen des Ost- und Westeuropäischen Kunsthandels. Indem sie Elemente wie die Inszenierung, das Scheinwerferlicht oder das Schauspiel an und für sich mit zum Inhalt des Films machen, thematisieren Szuper Gallerys zumeist zu Videos verarbeiteten Performances immer auch ein Stück ihre Entstehungsweise mit.

"Kann Liebe gleichzeitig echt und bezahlbar sein?"
I will survive (2007), das Video nachdem die Ausstellung benannt ist, bringt die Elemente der Maskerade und des theoretischen Textes in einer der für Szuper Gallery typischen performativen Collage zusammen. In diesen werden die ansonsten getrennten Disziplinen der Theorie und der künstlerischen Praxis in der Performance zum integralen Bestandteil der künstlerischen Arbeit. Das Vorführen des theoretischen Texts vermag diesen in Bezug zur Selbstdarstellung des Künstlerpaars zu setzten.

Für das Video liessen sich Susanne Clausen und Pawlo Kerestey von einem Maskenbildner einmal 20 Jahre jünger und einmal 20 Jahre  älter schminkten. In dieser Maskerade tanzen die beiden zum Discohit I will survive. Diese verführerische Ausgelassenheit der Musik wird unterbrochen von einem in einem Tonstudio gefilmten, geflüsterten Monolog, der über die Liebe und das Geld sinniert. Der gesprochene Text, eine Collage die sich unter anderem an Schriften von Carl Hegemann anlehnt, geht der in künstlerischen  Berufen typischen Vermischung von Privatleben und Arbeit nach.

Die Party geht weiter: eine Feier zu Ehren von Szuper Gallery bildet die Bildebene des Videos Venice (2001). Vor diesem Hintergrund erzählt ein Lauftext die Geschichte eines Kunstschwindels in Venedig, der 1999 kurz die Presse beschäftigte und bis heute nicht gänzlich geklärt wurde. Die sachliche Wiedergabe der Story entlarvt einen scheinbar unglaublich einfachen Schwindel, zu dessen Autorenschaft sich in einem 2001 von arte produzierten Dokumentarfilm ein gewisser Dottore Cenni bekannte, der die Tat angeblich mit in Prag beheimateten Komplizen begangen hatte. Angeblicher Mitgrund für die nur zaghaft voranschreitende Klärung des Falles ist die grosse Anzahl geschädigter Galleristen und Kunstsammler die vergleichbaren Diebstahl nicht meldeten da sie um ihren Ruf fürchteten. Demgegenüber steht die Inszenierung der Party von Szuper Gallery, die in sich wiederum als Zeichen für das fortwährende Weiterschaukeln des Kunstbetriebs gelesen werden kann.

Links: www.szuper.org

Die Ausstellung von Szuper Gallery wurde zusätzlich unterstützt vom British Council.

Szuper Gallery, _I will survive_, Still, 2007

Szuper Gallery, I will survive, Still, 2007